1. Mai in Peißenberg: Sichtbar, laut und solidarisch
Mit einem Demonstrationszug und klaren Botschaften hat der DGB gemeinsam mit den Einzelgewerkschaften am 1. Mai in Peißenberg ein deutliches Zeichen gesetzt: Arbeit hat Vorrang vor Profiten.
Zum ersten Mal führte der 1.-Mai-Demonstrationszug des DGB-Kreisverbands Weilheim-Garmisch durch Peißenberg. Rund 100 Beschäftigte, Gewerkschafterinnen und Unterstützerinnen zogen vom Rathausplatz zum Bürgerhaus „Flöz“. Unter dem bundesweiten Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ wurde deutlich: Die Gewerkschaften sind da – sichtbar, gemeinsam und entschlossen.
Für die IG Metall ist dieser Schritt bewusst gewählt. Öffentliche Präsenz gehört zum Selbstverständnis einer starken Interessenvertretung. Gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit, steigenden Drucks in den Betrieben und zunehmender Angriffe auf Arbeitnehmerrechte gilt: Wer Mitbestimmung will, muss auch öffentlich Haltung zeigen.
Arbeitgeber testen Grenzen – wir ziehen klare Linien
In seiner Mai-Rede machte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Oberland deutlich, worum es aktuell in den Betrieben geht: Arbeitgeber nutzen die gegenwärtigen Krisen gezielt, um Belastungsgrenzen zu verschieben, Rechte auszuhöhlen und Mitbestimmung infrage zu stellen – selbst dort, wo Tarifverträge gelten. Kündigungen, Druck auf Engagierte und Blockade von Betriebsratsarbeit sind keine Einzelfälle mehr.
Ein konkreter Fall aus der Industrie zeigte, wie hart diese Auseinandersetzungen geführt werden. Beschäftigte, die für betriebliche Mitbestimmung einstehen, werden angegriffen – bis hin zu fristlosen Kündigungen. Die IG Metall hat diesen Angriff nicht hingenommen, sondern juristisch konsequent dagegengehalten. Mit Erfolg: Alle Verfahren wurden gewonnen, die Mitbestimmung durchgesetzt und der Betriebsrat gestärkt. Das signalisiert deutlich: Wer Beschäftigte einschüchtern will, trifft auf entschlossenen Widerstand.
Mitbestimmung ist kein Extra, sondern Grundrecht
Als Hauptredner der Kundgebung machte ein Fachanwalt für Arbeitsrecht deutlich, was für die IG Metall zentral ist: Betriebliche Mitbestimmung ist kein freiwilliges Entgegenkommen von Arbeitgebern, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Wirtschaftsordnung. Dennoch wird sie in vielen Betrieben noch immer behindert – oder nur halbherzig umgesetzt.
Gerade angesichts tiefgreifender Veränderungen der Arbeitswelt braucht es starke Rechte für Beschäftigte: bei Digitalisierung, Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Personalentscheidungen und Standortfragen. Auch im öffentlichen Dienst besteht weiterhin erheblicher Nachholbedarf, wenn es um echte Mitbestimmung auf Augenhöhe geht.
Würde der Arbeit verteidigen – Solidarität lebt
Unterstützt wurde die Kundgebung durch Grußworte aus der Kommune, aus Jugendorganisationen und von der Betriebsseelsorge. Die gemeinsame Botschaft: Arbeit ist mehr als ein Kostenfaktor. Beschäftigte haben Anspruch auf Respekt, Sicherheit und Beteiligung. Die Würde des Menschen endet nicht am Werkstor.
Der 1. Mai in Peißenberg hat gezeigt: Gewerkschaftliche Solidarität wirkt. Wo Beschäftigte sich organisieren, lassen sie sich nicht gegeneinander ausspielen. Die IG Metall steht für diesen Zusammenhalt – sichtbar, konfliktbereit und klar auf der Seite der Menschen, die den Laden am Laufen halten.